Die Baumarten des Schulwaldes
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Baumhasel, türkische Hasel (Corylus colurna)
Die Baumhasel ist eine vielversprechende Art für die Anpassung des Waldes an den Klimawandel wegen ihrer Bedeutung für die Forstwirtschaft und ihrer Trockenheitstoleranz. Außerdem kann sie die Diversität und Stabilät des Waldes erhöhen. In ihrem natürlichen Vorkommen wurde sie wegen ihres wertvollen Holzes übergenutzt.
Natürliche Verbreitung: Südosteuropa und Kleinasien, von der Balkanhalbinsel und dem Norden der Türkei bis nach Afghanistan, einschließlich dem Kaukasus und Westhimalaja
Klimatische Kennziffern: jährlicher Niederschlag zwischen 540 und 1500 mm; mit Sommerdürre; und Jahresmitteltemperatur von 5 bis 13 °C. Kältetoleranz: -38 °C; Hitzetoleranz: 40 °C
Natürliche Waldgesellschaft: Mischbaumart, die oft im Zusammenhang mit Buche, Eiche, Ahorn, Esche und Silberlinde vorkommt. In höheren Lagen eher in Buchengesellschaften und in tieferen Lagen eher in Eichen- Gesellschaften
Lichtansprüche: Halbschattbaumart, auf armen Standorten ist sie eher eine Lichtbaumart
Die Baumhasel toleriert ein weites Spektrum von Standortsbedingungen, von frischen bis trockenen Böden, wächst aber meist in ihrem natürlichen Vorkommen auf flachgründigen und trockenen Standorten.
Nährstoffansprüche: nährstoffarme bis -reiche Standorte
Staunässetoleranz: nicht geeignet
Blattabbau: leicht zersetzbar und trägt zur Bodenverbesserung bei
Ökonomische Bedeutung: wertvolles Holz, welches zum starken Rückgang dieser Art im ursprünglichen Gebiet geführt hat
Landschaftliche und ökologische Aspekte: oft benutzt als Allee- und Zierbaum, Nahrung für Wildtiere und Bodenschutz gegen Erosion
Sonstige Nutzung: medizinische Verwendungen, Nüsse, Nussöl, auch geeignet für Trüffelzucht
Sturmanfälligkeit: starkes Wurzelsystem, das 3-4 m in die Tiefe gehen kann und für eine hohe Standfestigkeit sorgt
Edelkastanie, Esskastanie (Castanea sativa)
Die wärmeliebende Edelkastanie wird als eine potenziell angepasste Baumart an die erwartete Erwärmung durch den Klimawandel eingeschätzt.
Natürliche Verbreitung: Die natürliche Verbreitung der Edelkastanie ist schwer zu rekonstruieren, denn die Art wurde vor Jahrhunderten in vielen europäischen Ländern verbreitet. Wahrscheinlich kam sie ursprünglich im südlichen Europa und Südwesten Asiens vor.
Klimatische Kennziffern: jährlicher Niederschlag zwischen 400 und 1600 mm. Jahresmitteltemperatur von 8 bis 15 °C
Natürliche Waldgesellschaft: Mischbaumart in Eichen- Hainbuchen-Laubmischwäldern oder in Kombination mit Fichte
Lichtansprüche: Pionierbaumart, deren Lichtbedarf mit dem Breitengrad zunimmt
Tiefgründige Böden (mit Untergrundgestein mindestens 40-60 cm tief) sind wichtig für eine gute Entwicklung des Wurzelsystems, welches bei Trockenheit und Sturmwurf wichtig ist. Die Edelkastanie ist gut an mäßig frische bis sehr trockene Standorte angepasst, erträgt aber nasse Böden nicht gut.
Nährstoffansprüche: Sie benötigt nährstoffreiche Böden mit mindestens 2 % Humusgehalt und relativ hohem K- und P-Gehalt, kann aber auch auf nährstoffärmeren Standorten gute Leistung erbringen.
Staunässetoleranz: sehr niedrig
Blattabbau: gut zersetzbar
Ökonomische Bedeutung: Ihre Etablierung als Wirtschaftsbaumart zeigt eine ansteigende Tendenz in den letzten Jahren.
Landschaftliche und ökologische Aspekte: kulturhistorische Art, die sowohl in der Stadt als auch auf dem Land als ästhetisch eingestuft wird. Bienenweide und Nahrung für Wildtiere. Außerdem bietet die Edelkastanie Lebensraum für zahlreiche Arten (z. B. Pilze und Moose).
Sonstige Nutzung: gerbstoffhaltige Rinde und Holz, Nahrung für Menschen und Tiere
Sturmanfälligkeit: Diese Art verfügt über ein kräftiges und verbreitetes Wurzelsystem, das zu einer festen Verankerung führt.
Elsbeere (Sorbus torminalis)
Die Elsbeere könnte eine der anpassungsfähigsten Baumarten für die zukünftigen Klimabedingungen in Mitteleuropa sein. Sie ist eine seltene Baumart, die auf trockenen und warmen Standorten gegen Eiche und Buche konkurrieren kann. Niederwald und Mittelwald begünstigen ihr Vorkommen, obwohl gute Verjüngung auch im Hochwald beobachtet wurde.
Natürliche Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa sowie in Nordafrika und Kleinasien; bis auf 900 m
Klimatische Kennziffern: jährlicher Niederschlag zwischen 700 und 1500 mm. Jahresmitteltemperatur von 10 bis 17 °C. Kältetoleranz: -34 °C
Natürliche Waldgesellschaft: vor allem in Laubmischbeständen wie dem Elsbeeren-Eichenwald
Lichtansprüche: lichtbedürftige Baumart. Allerdings kann die Elsbeere auch schattentolerant sein und sich unter der Überschirmung von Eichen verjüngen.
Besseres Wachstum wird auf frischen, tiefgründigen und basenreichen Böden erzielt. Sie ist sehr gut an mäßig frische bis sehr trockenen Standorten angepasst, erträgt nasse bis sehr frische Böden nicht.
Nährstoffansprüche: nährstoffreiche Böden
Staunässetoleranz: empfindlich, kann aber zeitlich begrenzte Staunässe tolerieren
Ökonomische Bedeutung: eine der wertvollsten heimischen Holzarten. Das Interesse an dieser Baumart ist in den letzten 30 Jahren deutlich gestiegen, sodass gute Erlöse für wertvolles Holz erzielt werden können.
Landschaftliche und ökologische Aspekte: attraktiver Baum, der auch in Gärten angepflanzt wird. Bienenweide, Nahrung für Vogel- und Kleinsäugerarten. Außerdem finden viele Pilz- und Insektenarten an der Elsbeere ihren Lebensraum.
Sonstige Nutzung: Früchte werden medizinisch und kulinarisch verwendet.
Sturmanfälligkeit: Sturmfest wegen des stabilen Wurzelsystems
Ungarische Eiche (Quercus frainetto)
Das Areal der Ungarischen Eiche wird sich wahrscheinlich im Zuge des Klimawandels vergrößern. Sie weist erhebliches Potenzial für die Unterstützung der Ökosystemleistungen und der Biodiversität in deutschen Wäldern auf. In ihrem natürlichen Areal gibt es allerdings verschiedene Varietäten und die Art hybridisiert sehr schnell mit anderen Eichenarten.
Natürliche Verbreitung: Südeuropa im Nordwesten Kleinasiens; von 450 bis auf 900 m
Klimatische Kennziffern: jährlicher Niederschlag zwischen 400 und 1000 mm. Jahresmitteltemperatur von 7 bis 16 °C
Natürliche Waldgesellschaft: Begleitende Baumarten sind Eichenarten, Hopfenbuche, Buche und Edelkastanie. Sie bildet aber auch Reinbestände.
Lichtansprüche: Lichtbaumart
Die ungarische Eiche hat geringe Ansprüche an die Qualität des Bodens.
Nährstoffansprüche: anspruchslose Art
Staunässetoleranz: tolerant
Blattabbau: Ergebnisse aus einer Studie in Hessen zeigen, dass die Zersetzungsrate ähnlich wie bei der Buche und Stieleiche ist.
Ökonomische Bedeutung: Die Ungarische Eiche ist die häufigste Baumart, die im Niederwald in Griechenland bewirtschaftet wird. Allerdings findet momentan ein Umbau von vielen Niederwaldbeständen zum Hochwald statt.
Landschaftliche und ökologische Aspekte: attraktive Baumart, Aufforstung in Hochlagen
Sonstige Nutzung: sehr beliebt für die Herstellung von Weinfässern
Schwarznuss (Juglans nigra)
Die im Osten der USA beheimatete Schwarznuss kam bereits vor über 300 Jahren (1686) nach Deutschland. Anfangs überwiegend als Parkbaum gepflanzt, wird sie nun zunehmend auch als Waldbaum interessant.
Verbreitung: Die Heimat der Schwarznuss ist der Osten Nordamerikas. Dort besiedelt sie ein großes Verbreitungsgebiet mit erheblichen klimatischen Unterschieden und angepassten ökologischen Rassen.
Klimatische Kennziffern: Ein Autor nennt für das Optimum der Schwarznuss eine durchschnittliche Jahrestemperatur von 13 °C und mindestens 890 mm durchschnittlichen Jahresniederschlag. Tiefe Wintertemperaturen (bis etwa -40 °C) werden ohne Schäden ertragen – unter Beachtung des klimatischen Standortspektrums der Schwarznuss in ihrem Herkunftsgebiet.
Lichtansprüche: hoch
Sowohl Schwarznuss als auch Hybridnuss benötigen tiefgründige, gut durchlüftete und nährstoffreiche Böden mit pH-Werten zwischen 5 und 8.
Nährstoffansprüche: hoch
Ökonomisch Bedeutung: Bekanntlich zählt das Walnussholz zu unseren schönsten und wertvollsten Nutzhölzern. Das Holz der Schwarznuss ist gleich wertvoll einzustufen. Auch wenn sie heute erst eine sehr bescheidene Rolle im Waldbau einnimmt, könnte der Schwarznuss in Zukunft eine größere Bedeutung zukommen.
Sonstige Nutzung: Durch den Einsatz von Spezialknackern lässt sich die harte Schale der Früchte öffnen. Die dabei erhaltenen Kotyledonen werden in den USA in der Konditorei und bei der Speiseeisherstellung eingesetzt. Sie sind reich an fetten Ölen und werden auch als Walnussöl verwertet.
Dürretoleranz: An die Wasserversorgung hat die Schwarznuss die höchsten Ansprüche. In Deutschland zeigt die Schwarznuss in den Auen und Tallagen mit Grundwasseranschluss die besten Wuchsleistungen, sie gedeiht aber auch auf tiefgründigen, gut drainierten Lehmböden. Sie toleriert kurzzeitige Überflutung.
Sturmanfälligkeit: gering
Robinie, Falsche Akazie (Robinia pseudoacacia)
Die Robinie ist anpassungsfähig, anspruchslos, besitzt gute Holzeigenschaften und zählt damit zu den am häufigsten in Europa angebauten fremdländischen Baumarten. Außerdem verfügt sie über eine ausgewiesene Toleranz gegenüber Hitze und Wasserstress, was bei einem prognostizierten Klimawandel von Bedeutung sein kann. Eine Studie über die potenzielle Verbreitung der Robinie zeigte Deutschland als besonders geeignet.
Natürliche Verbreitung: Osten der Vereinigten Staaten; von 150 bis auf 1620 m
Klimatische Kennziffern: jährlicher Niederschlag zwischen 400 und 1600 mm; Jahresmitteltemperatur von 7 bis 16 °C
Natürliche Waldgesellschaft: Die Robinie kommt als Reinbestand in der initialen Phase der Sukzession vor, tritt aber meistens in Mischbeständen mit ca. 1 % Abundanz auf.
Lichtansprüche: Pionierbaumart
Die Robinie ist sehr gut an mäßig frische bis sehr trockene Standorte angepasst, erträgt keine nassen bis sehr frischen Böden.
Nährstoffansprüche: geringe Ansprüche
Staunässetoleranz: niedrig
Blattabbau: schnelle Zersetzung mit positiver Auswirkung auf den Nährstoffhaushalt
Ökonomische Bedeutung: wichtige Wirtschaftsbaumart in Europa und Asien, in den USA mit begrenztem und noch wachsendem Markt. Sie ist ein potenzieller Lieferant von Biomasse für Energie.
Landschaftliche und ökologische Aspekte: wird oft als Stadtbaum angepflanzt. Die Robinie bietet Schutz für Wildtiere und Höhlen für Vögel, geeignetes Habitat für Insekten. Die Robinie bindet Stickstoff aus der Atmosphäre durch eine Symbiose mit Rhizobium-Bakterien. Ihr Vorkommen kann jedoch die vorhandene Biodiversität beeinträchtigen.
Sonstige Nutzung: Bienenweide
Sturmanfälligkeit: anfällig. Die Robinie bildet normalerweise ein flaches und breites Wurzelsystem, kann aber auch in die Tiefe wachsen.
Europäische Hopfenbuche, Gemeine Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia)
Die europäische Hopfenbuche wird selten mehr als 100 Jahre alt und über 17 m hoch. Sie hat ein ähnliches ökologisches Profil und Holz wie die Hainbuche. Sie wächst aber auf felsigen und trockenen Standorten und kann daher für den Bodenschutz interessant sein.
Natürliche Verbreitung: Mittel- und Südeuropa, sowie Kaukasus, Balkan und Westasien; von 200 bis auf 1200 m
Klimatische Kennziffern: jährlicher Niederschlag von 500 bis 1300 mm. Jahresmitteltemperatur 5 bis 15°C. Kältetoleranz: -26 °C
Natürliche Waldgesellschaft: oft unter der Überschirmung von Schwarzkiefer zusammen mit Flaumeiche
Lichtansprüche: Pionier- bis Halbschattbaumart, als Gradient von Norden bis Süden ihres Vorkommens
Sie benötigt milde Winter, warme Sommer und reichlich Niederschlag, wächst aber gern auf felsigen Orten.
Nährstoffansprüche: bevorzugt nährstoffreiche Böden
Blattabbau: die Streu wirkt bodenpfleglich
Ökonomische Bedeutung: häufig als Brennholzbaumart
Im Niederwald in Italien bewirtschaftet, weist damit im Vergleich zu Baumarten mit stofflich verwertbaren Produkten und Stammholz eine reduzierte Wertleistung auf.
Landschaftliche und ökologische Aspekte: Ziergehölz, Schutzfunktion auf felsigen Lagen
Sonstige Nutzung: Schafweide
Dürretoleranz: Sie kann eine vergleichsweise konstante Transpiration auch unter Trockenheit aufrechterhalten, benötigt dafür aber eine hohe Luftfeuchtigkeit.
Sturmanfälligkeit: gute Resistenz gegen Wind
Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera)
Der Tulpenbaum ist eine Alternative auf Eschenstandorten und lässt sich gut in die heimischen Waldgesellschaften integrieren. Außerdem ist er moderat dürretolerant sowie sturmfest, was eine wichtige Rolle für die Anpassung des Waldes an den Klimawandel spielen könnte.
Natürliche Verbreitung: östlicher Teil von Nordamerika; bis auf 1350 m
Klimatische Kennziffern: jährlicher Niederschlag zwischen 760 und 2030 mm; gut verteilt in der Vegetationsperiode. Jahresmitteltemperatur von 9°C
Natürliche Waldgesellschaft: kommt selten im Reinbestand vor, sondern mit anderen begleitenden Arten wie Kanadische Hemlocktanne, Eiche, Schwarznuss, Kiefer und Robinie
Lichtansprüche: Lichtbaumart, aber nicht Pionier
Der Tulpenbaum bevorzugt tiefe und frische Böden und zeigt auf diesen bestes Wachstum.
Nährstoffansprüche: nährstoffreiche Böden sind ideal, da Stickstoff- und Phosphor-Mangel das Wachstum stark einschränken
Staunässetoleranz: nicht tolerant, ist aber tolerant gegen zeitweise Überflutungen
Blattabbau: gut zersetzbar und kann zur Bodenverbesserung beitragen
Ökonomische Bedeutung: wichtige Wirtschaftsbaumart in den USA. In Deutschland ist das Angebot an Holz allerdings zurzeit gering.
Landschaftliche und ökologische Aspekte: sehr attraktiver Baum durch Blüte und Herbstfärbung, Bienenweide
Sturmanfälligkeit: sturmfeste Baumart, Stürme können aber Äste und Kronenteile herausbrechen. Die Erholung erfolgt jedoch schnell. Auf windexponierten Lagen können erhebliche Schäden vorkommen.
Trompetenbaum (Catalpa bignonioides)
Verbreitung: Der gewöhnliche Trompetenbaum kommt in den Südöstlichen USA bis hinunter nach Florida vor. Er besiedelt dort Flussauen und Mischwälder aller Art.
Lichtansprüche: Halbschattbaumart
Standort sonnig bis halbschattig, windgeschützt. Insgesamt anspruchslos, bevorzugt aber frische, fruchtbare Böden. Der gewöhnliche Trompetenbaum liebt alkalische bis leicht saure Böden. Besonders gut eignet sich sandiger Lehm. Je tiefgründiger der Boden ist, desto tiefreichender sind die Wurzeln.
Nährstoffansprüche: mittel bis hoch
Ökonomische Bedeutung: Das Holz aller Trompetenbäume ist kurios, denn obwohl es grobfaserig und leicht ist, fault es nicht. Es kann für alle Konstruktionszwecke im Außenbereich, wie beispielsweise Terrassen, Car Port, Zäune oder Pfähle verwendet werden. Das wunderschöne hellbraune Holz wird aber gerne auch im Möbelbau oder der Kunsttischlerei eingesetzt.
Dürretoleranz: Verträgt Trockenheit sehr gut, nicht kalkfeindlich, industriefest, stadtklimafest
Sturmanfälligkeit: gering
Bornmüllers Tanne, Türkische Tanne (Abies bornmuelleriana)
Die Bornmüllers Tanne ist als Hybrid zwischen Abies nordmanniana und Abies cephalonica klassifiziert. Wegen ihrer hohen Trockenheitstoleranz wird sie als potenzielle Alternativbaumart für die Anpassung des Waldes an den Klimawandel angesehen, allerdings sind viele Eignungsaspekte bislang noch unbekannt.
Natürliche Verbreitung: Kleinasien im Nordwesten der Türkei auf den Höhenlagen des westlichen Pontus-Gebirges von 800 bis auf 2000 m
Klimatische Kennziffern: jährlicher Niederschlag zwischen 800 und 1600 mm; Minimum in der Vegetationszeit: 150-200 mm. Kältetoleranz: -18 °C
Natürliche Waldgesellschaft: oft begleitet von Orient-Buche, Wald- und Schwarzkiefer sowie Eiche und Kalabrischer Kiefer
Lichtansprüche: Schattbaumart
Diese Art bevorzugt tiefgründige und gut drainierte Böden.
Nährstoffansprüche: nährstoffreiche Böden werden bevorzugt
Staunässetoleranz: gering
Ökonomische Bedeutung: Wichtige Wirtschaftsbaumart im Herkunftsgebiet
Landschaftliche und ökologische Aspekte: sehr wichtige Baumart mit ähnlichen ökologischen Eigenschaften wie bei der Weißtanne
Dürretoleranz: tolerant gegen Trockenheit
Frostempfindlichkeit: empfindlich gegen Spätfrost wegen relativ frühen Austreibens
Lebkuchenbaum (Cercidiphyllum japonicum)
Der zarte Geruch nach Lebkuchen im Herbst muss nicht unweigerlich aus dem geöffneten Küchenfenster stammen. Der Japanische Kuchenbaum hat seinen trivialen Namen nicht von ungefähr. Wenn die Blätter welken und feucht sind, verströmen sie einen intensiven Duft nach Lebkuchen und Karamell.
Verbreitung: Der gewöhnliche Trompetenbaum kommt in den Südöstlichen USA bis hinunter nach Florida vor. Er besiedelt dort Flussauen und Mischwälder aller Art.
Lichtansprüche: Halbschattbaumart
Sonnig bis absonnig. Bevorzugt tiefgründige, frische, nährstoffreiche, saure bis kalkhaltige Böden.
Nährstoffansprüche: gering
Sandbirke, Hängebirke (Betula pendula)
Die Sandbirke spielt eine wichtige Rolle bei der Wiederbewaldung und Aufforstung von Flächen nach natürlichen Störungen wie Stürmen. Zudem ist sie anspruchslos hinsichtlich der Standorteigenschaften und kann wertvolles Holz liefern, wenn ihr Wachstum gesteuert wird.
Natürliche Verbreitung: ganz Europa, wobei sie im Süden auf gebirgige Standorte begrenzt ist; bis auf 2000 m
Klimatische Kennziffern: jährlicher Niederschlag zwischen 400 und etwa 2000 mm. Jahresmitteltemperatur von -2 bis 13 °C. Kältetoleranz: -35 °C
Natürliche Waldgesellschaft: Die Sandbirke kann sowohl in Rein- als auch in Mischbeständen wachsen. Eine seltene Waldgesellschaft ist der Birken-Eichenwald.
Lichtansprüche: Pionierbaumart
Die Sandbirke leitet die Sukzession ein und kann auf armen Standorten vorkommen. Allerdings wächst sie am besten auf gut belüfteten, nährstoffreichen und tiefgründigen Lehmböden. Sie ist an ziemlich frische bis sehr trockene Standorte sehr gut angepasst.
Nährstoffansprüche: anspruchslos, auch in Bezug auf die Wasserversorgung
Staunässetoleranz: nicht geeignet, kann sie aber vertragen
Blattabbau: Die Streu und auch abgestorbene Wurzeln sind schnell zersetzbar.
Ökonomische Bedeutung: In Finnland zeigt sich die Mischung Fichte-Birke rentabel. Die Erzeugung wertvollen Holzes für stoffliche Verwendungen scheint rentabler als die von Energie- oder Brennholz zu sein.
Landschaftliche und ökologische Aspekte: schönes Element in der Landschaft. Die Art hat viele ökologische Vorteile, z. B. zahlreiche Pilz- und Insektenarten, deren Habitate an Sandbirkenbäumen zu finden sind. Außerdem kann sie für die Erosionskontrolle und zum Schutz von Wassereinzugsgebieten angebaut werden.
Sonstige Nutzung: Rinde (Papier, Mehlgrundlage, Dach), Frühjahrssaft, Schmuck
Dürretoleranz: Die Sandbirke toleriert sommerliche Trockenperioden, wie sie in Südeuropa häufig vorkommen, nicht lange. Sie kann sich auf trockenen Standorten etablieren, erträgt aber keine rasche Veränderung im Wasserhaushalt.
Sturmanfälligkeit: hoch, am größten nach dem 80. Lebensjahr, denn dann beginnen die vertikalen Wurzeln abzusterben; auch auf Staunässeböden hoch
Silberlinde (Tilia tomentosa)
Die Silberlinde hat eine beachtliche Wuchsleistung und wird selten von Pathogenen befallen. Außerdem gedeiht sie problemlos auf trockenen Standorten und eignet sich für die Wertholzproduktion. Somit kann sie als potenzielle Alternativbaumart für die Anpassung des Waldes an den Klimawandel betrachtet werden. In Südbaden sind schon heute ähnliche Jahresmitteltemperaturen wie in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet vorhanden.
Natürliche Verbreitung: Südosteuropa und nordwestlicher Teil Kleinasiens; bis auf 1300 m
Klimatische Kennziffern: jährlicher Niederschlag zwischen 500 und 600 mm; gut verteilt über das Jahr. Jahresmitteltemperatur von 10 bis 11,5 °C
Natürliche Waldgesellschaft: bildet keine Reinbestände, spielt aber eine wichtige Rolle in hainbuchen- und kastanienreichen Eichenwäldern. Begleitende Baumarten sind unter anderem Stieleiche, Feldahorn, Hainbuche, Wildbirne, Zerreiche und Ungarische Eiche.
Lichtansprüche: Halbschattbaumart. In der Jugend erträgt sie Schatten, fordert jedoch mehr Licht mit zunehmendem Alter.
Die Silberlinde bevorzugt tiefgründige und frische Böden, obwohl sie sowohl auf extrem trockenen als auch auf frischen Böden gedeiht.
Nährstoffansprüche: mittel, ähnliche Ansprüche wie Traubeneiche
Staunässetoleranz: bevorzugt Böden mit guter Drainage
Blattabbau: leicht zersetzbar und bodenverbessernd
Ökonomische Bedeutung: Die Art wird auf dem Balkan als Wirtschaftsbaumart angebaut.
Landschaftliche und ökologische Aspekte: attraktive Baumart mit goldgelblichem Laub im Herbst. Sie wird in Mitteleuropa häufig als Allee- und Parkbaum angepflanzt. Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln.
Sonstige Nutzung: medizinische Zwecke
Dürretoleranz: toleriert Trockenheit. Im Herkunftsgebiet tritt Sommertrockenheit auf. Sie ist widerstandsfähig gegen anhaltend geringe Luftfeuchtigkeit und trockene Böden. In Bezug auf den Wasserhaushalt ähnlich wie bei Esskastanie, Elsbeere und Schwarzkiefer.
Sturmanfälligkeit: sturmfest wegen ihres kräftigen und tiefreichenden Wurzelsystems
Libanonzeder (Cedrus libani)
Die Libanonzeder hat eine außerordentliche Toleranz gegenüber Sommertrockenheit und kaltem Winter und wird somit als eine potenzielle Baumart für die Anpassung des Waldes an den Klimawandel eingeschätzt.
Natürliche Verbreitung: in der Türkei (westliches und mittleres Taurusgebirge), im Libanon und in Syrien; von 500 bis auf 2400 m
Klimatische Kennziffern: jährlicher Niederschlag zwischen 600 und 1200 mm; überwiegend im Winterhalbjahr. Jahresmitteltemperatur von 6 bis 12 °C. Kältetoleranz: -35 °C; Hitzetoleranz: > 30 °C
Natürliche Waldgesellschaft: kommt sowohl in Rein- als auch in Mischbeständen mit Arten aus den Gattungen Pinus, Quercus und Abies vor
Lichtansprüche: Pionierbaumart, kann aber Schatten in jungen und mittleren Entwicklungsphasen tolerieren
Ergebnisse aus Bayreuth, Bayern zeigen, dass die Libanonzeder sehr gut auf Böden mit pH-Werten von 4.4 bis 5.3 und bei Grundwasserstand unterhalb von 60 cm wachsen kann. Hohe Mortalität dieser Art wurde in Israel auf flachgründigen Böden unter 500 m Meereshöhe, bei zu hoher Kalzium-Konzentration und jährlichen Niederschlägen von weniger als 500 mm beobachtet.
Nährstoffansprüche: niedrig
Staunässetoleranz: gut
Ökonomische Bedeutung: wichtige Wirtschaftsbaumart seit der Antike
Landschaftliche und ökologische Aspekte: sehr schöne und attraktive Baumart, Besondere Art unter hohem Risiko der „genetischen Erosion“, wichtig für den Bodenschutz in ihrem natürlichen Areal.
Sonstige Nutzung: Gewinnung von Kienöl für medizinische Nutzung und für die Parfümindustrie
Dürretoleranz: verträgt Sommerdürre. Ihre Trockenheitstoleranz ist stark mit einer guten Entwicklung der Pfahlwurzel ab dem Sämlingsalter, insbesondere auf steinigen/felsigen Standorten, verbunden.
Sturmanfälligkeit: gute Resistenz
Roteiche (Quercus rubra)
Die Roteiche ist schon lange in Europa vorhanden und wird als potenzielle Art für die Anpassung des Waldes an den Klimawandel eingeschätzt. Die Gebirgsvarietät maxima aus dem südlichen Teil der Allegheny Mountains wird als für Deutschland am geeignetsten eingestuft.
Natürliche Verbreitung: Osten der Vereinigten Staaten und Südosten Kanadas; bis auf 1670 m
Klimatische Kennziffern: jährlicher Niederschlag zwischen 760 und 2030 mm. Jahresmitteltemperatur von 4 bis 16 °C. Kältetoleranz: -41 °C
Natürliche Waldgesellschaft: Im Herkunftsgebiet kommt sie oft in Mischung mit Eiche-, Walnuss- und Hickory-Arten vor.
Lichtansprüche: mittlere Schattentoleranz
Tiefgründige sandige Lehmböden begünstigen das Wachstum der Roteiche. Sie ist sehr gut an ziemlich frische bis mäßig trockene Standorte angepasst, erträgt nasse bis sehr frische Böden nicht gut.
Nährstoffansprüche: basenreiche Böden werden bevorzugt
Staunässetoleranz: verträgt kein stagnierendes Wasser oder lange Überflutung
Blattabbau: Blattzersetzung ist problematisch; daher keine bedeutende bodenverbessernde Wirkung
Ökonomische Bedeutung: Die Roteiche ist eine sehr wichtige Wirtschaftsbaumart in den USA.
Landschaftliche und ökologische Aspekte: attraktive Baumart, die oft als Zierbaum in Städten eingesetzt wird; Nahrungsquelle für zahlreiche Tierarten
Dürretoleranz: Sämlinge sind oft anfällig. Westprovenienzen können Hitze und Trockenheit besser ertragen. Trotzdem erhöht sich deren Wasserbedarf mit der Temperatur.
Sturmanfälligkeit: sturmfest, kann allerdings problematisch auf flachgründigen und grundwassernahen Böden sein
Weißtanne (Abies alba)
Die Zahl der Weißtannen, der Königin der Nadelhölzer, nimmt in vielen Wäldern ab. Einerseits sind dafür wirtschaftliche Gründe verantwortlich, weil die Fichte die ökonomisch interessantere Baumart ist. Zum andern stehen Weißtannen an vorderster Stelle auf dem Menüplan von Reh- und Rotwild.
Natürliche Verbreitung: Beschränkt sich auf Gebirgslagen des südlichen Westeuropas, Mitteleuropas und Südosteuropas, in Süddeutschland auch auf Hügel- und Flachlandteile
Klimatische Kennziffern: jährlicher Niederschlag zwischen 600 und 2500 mm
Lichtansprüche: hohe Schattentoleranz
Sie wächst gut auf tonreichen Substraten und Schichtsanden und besitzt eine hohe Kalktoleranz.
Nährstoffansprüche: Bei ausreichender Wasserversorgung sind die Nährstoffansprüche der Weißtanne nicht besonders hoch.
Staunässetoleranz: Intensive Tiefendurchwurzelung auch auf Pseudogley, Tonen, Rohhumus- und Gleyböden
Ökonomische Bedeutung: In der Verwendung ist das Holz der Weißtanne dem der Fichte ähnlich. Ein wichtiger Unterschied zum Fichtenholz ist das Fehlen von Harzkanälen und Harzgallen. Das fast weiße Holz ist stumpf und glanzlos. Es ist auch spröder und damit anders zu bearbeiten als Fichtenholz.
Landschaftliche und ökologische Aspekte: Die Weißtanne ist die ideale Baumart für Mischwälder, bzw. mehrstufige aufgebaute Wälder und somit ein unentbehrlicher ökologischer Stabilisator. Durch das tiefgreifende Wurzelsystem werden einerseits schwere und vernässte Waldböden aufgeschlossen, anderseits wird die Wasserspeicherung verbessert. Zahlreiche Tierarten finden in, an und um die Tanne ihren Lebensraum. Davon zeugen beispielsweise der Tannenhäher oder die Tannenmeise.
Dürretoleranz: Sie erschließt im Vergleich zur Fichte einen enormen Wurzelraum mit seinen Wasser- und Nährstoffvorräten, ist deshalb weniger trockenheitsanfällig.
Sturmanfälligkeit: sturmfest aufgrund von Pfahlwurzel
Eibe (Taxus baccata)
Von den übrigen einheimischen Nadelbaumarten unterscheidet sich die Eibe durch aussergewöhnliche Eigenschaften. Es gibt zum Beispiel männliche und weibliche Bäume. Rehe schätzen ihre jungen Triebe sehr, Pferdehalter lieben die Pflanze weniger.
Natürliche Verbreitung: Ihre spärliche Verbreitung erstreckt sich über ganz Europa bis zum Kaukasus, bis zum nördlichen Kleinasien und bis zum westlichen Nordafrika. In Mitteleuropa zeigt die Eibe einen mehr atlantischen Charakter.
Klimatische Kennziffern: jährlicher Niederschlag zwischen 500 und 2500 mm
Lichtansprüche: hohe Schattentoleranz
Die Eibe ist standortvag, d.h. die Eibe gedeiht auf feuchten, wechsel-feuchten und sehr trockenen Standorten (stark dürreresistent) sowie auf sauren (nährstoffarmen) und basischen (nähstoffreichen) Standorten.
Nährstoffansprüche: Sie gedeiht aber auch auf sauren, steilen Hangkanten, wo andere Baumarten nicht mehr existenzfähig sind.
Staunässetoleranz: gegeben
Ökonomische Bedeutung: Früher diente das Holz zur Herstellung von Armbrüsten und den berühmten Eibenbögen. Heutzutage werden daraus Möbel, Holzblasinstrumente, Vertäfelungen und Bilderrahmen hergestellt.
Landschaftliche und ökologische Aspekte: Die Eibe enthält als einzige heimische Baumart ein starkes Gift. Besonders hoch ist die Konzentration in den Nadeln. Nur im Fruchtfleisch des Samens und in den Pollen fehlt es. Das Gift ist in hoher Konzentration für Menschen und Haustiere tödlich, Wild schadet es nicht.
Sonstige Nutzung: Die alten Ägypter verwendeten sie vor allem für kultische Zwecke. Die Römer hingegen schätzten eher das elastische, aber harte Holz dieser Baumart. Sie und im Mittelalter vor allem die Engländer verwendeten das Holz der Eibe für Pfeilbogen und Armbrust.
Dürretoleranz: Stark dürreresistent
Sturmanfälligkeit: gering
Hybridnuss (Juglans intermedia)
Unter diesem Begriff sind verschiedene natürliche und künstliche Kreuzungen innerhalb der Gattung Juglans zusammengefasst. Sie sind forstlich interessant, da einige der Kreuzungsnachkommenschaften in der ersten Generation bessere Wuchsleistungen zeigen als ihre Eltern.
Verbreitung: In Parkanlagen und großen Privatgärten in Frankreich und der französischsprachigen Schweiz wurden die frohwüchsigen Hybriden offensichtlich gerne angebaut, denn dort finden sich die ältesten bekannten Hybridnussbäume.
Klimatische Kennziffern: Die durchschnittliche Jahresmitteltemperatur sollte mindestens 8 °C betragen. Die Hybridnüsse ertragen Wintertemperaturen bis etwa -30 °C ohne Schäden.
Lichtansprüche: Als ausgesprochene Lichtbaumart ist die Hybridnuss extrem lichtwendig, dies kann bereits bei leichter Überschirmung oder Seitenkonkurrenz zu ungünstigen Wuchsformen führen.
Sowohl Schwarznuss als auch Hybridnuss benötigen tiefgründige, gut durchlüftete und nährstoffreiche Böden mit pH-Werten zwischen 5 und 8.
Nährstoffansprüche: hoch
Dürretoleranz: An die Wasserversorgung hat die Schwarznuss die höchsten Ansprüche. Die Hybridnuss kann, bei deutlich abnehmenden Wuchsleistungen, bis in den mäßig trockenen Bereich angebaut werden.
Sturmanfälligkeit: gering